Diskussionsthemen

HARTZ IV, psychische Auswirkungen

Über die psychosozialen Folgen der Arbeitslosigkeit

Ulrike Brösner, Artikel veröffentlicht in der Zeitung "Typisch links"  07/08 2008 (Stadtverband Dessau-Roßlau)

 

„Wenn das Schlimmste passiert, muss man sich nicht mehr davor fürchten“.

So heißt es im ersten Kapitel des Romans „Mobbing“ von Annette Pehnt, den ich kürzlich las. Es geht hier nicht unbedingt um Hartz IV, aber doch um den gemeinsamen Vorspann, der die Betroffenen verbindet: das Ausscheiden aus einem Arbeitsleben, das einmal eine Identität und ein auskömmliches Leben versprach. Einfühlsam beschreibt die Autorin, wie jahrelanges Mobbing und eine folgende fristlose Kündigung einen Menschen und seine Familie völlig verändern. Ein sehr empfehlenswertes Buch und gar nicht zäh, weil ich soviel darin wieder gefunden habe, was ich kannte. Jedem Unternehmer, jedem Vorurteilsbehafteten, jedem Chef und jedem anderen, der die Situation nicht kennt, muss man mal klarmachen, dass der tägliche Umgang mit der Arbeitslosigkeit eine wahnsinnige Anstrengung kostet, durchaus vergleichbar mit dem Arbeitsaufwand in einem mittleren Management. Der Kampf gegen Strukturlosigkeit, gegen Depression, gegen Selbstzweifel erfordert echte Kreativität.  

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