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Diskussionsthemen

Finanzkrise

Die Spekulartionen auf dem Finanzmarkt, besonders in den USA, führten zu einer weltweiten Finanzkrise, die nach dem Zusammenbruch großer Finanzgesellschaften mittlerweile auch eine Produktionskrise ist.

 

Vortrag zur Finanzkrise von Dr. Edelbert Richter


Finanzmarktkrise - Beginn einer neuen Epoche?


Am 4. Dezember lud die Rosa Luxemburg Stiftung  unseres Bundeslandes zu einem Vortrag mit anschließendem Meinungsaustausch in das Hotel „Stadt Köthen“ ein. Der Einladung folgten mehr als 20 Gäste.


Das Problem, das im Mittelpunkt der Veranstaltung stand, ist hoch brisant. In der Einladung hieß es deshalb:  

Kaum Jemanden lassen die Medienmeldungen zur gegenwärtigen Finanzkrise kalt – viele Menschen fühlen sich durch sie direkt bedroht, die Einen fürchten um ihr Erspartes, die Anderen, dass ihre Jahreseinkommen auf 500 000,00 € begrenzt werden könnten … .


Diese Situation führte die Organisatoren des Abends zur Formulierung des Themas:

Crash des Weltfinanzsystems -

Beginn einer neuen Epoche?   -  

und zu einem höchst kompetenten Referenten, Dr. Edelbert Richter aus Erfurt. Über dessen vielgestaltiges politisches Leben gibt u. a. das Internetlexikon Wikipedia Auskunft. Seine Buchpublikationen und Zeitschriftenartikel warnten schon lange vor dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise, vor ihrer Gefahr und den schlimmen Folgen des tatenlosen Zusehens verantwortlicher Politiker.


Die Gäste, die der Einladung folgten, erfuhren viel Erhellendes über die Vorgeschichte und den Verlauf der krisenhaften Entwicklung der Weltfinanzen, deren verheerende Wirkung auf die soziale Lage großer Teile unserer Gesellschaft in ihrem vollen Umfang noch gar nicht absehbar ist.

Einige inhaltliche Bemerkungen:

  • Die heutige weltweite Finanzkrise hat historische Vorgänger, z. B. „Schwarzer Freitag“. Diese dürfen aber nicht darüber hinweg täuschen, dass in den letzten beiden Jahrzehnten eine Krise die andere ablöste, - Asienkrise, Krise der New Economy usw. Die Auswirkungen dieser letzten Krisen waren in Deutschland weniger zu spüren. Politische Inaktivität ihren Folgen gegenüber, wie massive Kurseinbrüche und Teuerungswellen, wurde von der Bundesregierung meist mit dem Hinweis begründet, der Markt reguliere sich schon selbst.
    Paradoxerweise verwies man auch auf „nicht beeinflussbare“ Folgen der Globalisierung der Wirtschaft, wenn es darum ging, Umverteilungsprozesse von oben nach unten zugunsten von „Oben“ zu begründen, was letztlich die Kaufkraft der Mehrheit unserer Bevölkerung unterhöhlte.
    Das änderte sich in der gegenwärtigen Situation grundlegend. Die heutige Krise stellt die gesamte globale kapitalistische Wirtschaft in Frage und die Wunderheilkräfte des Marktes sind auf einmal verschwunden. Was bleibt, sind Hilferufe der Finanzspekulanten an die Politiker, die sich selbst zum Neoliberalismus bekannten und die heutige Situation mitzuverantworten haben.
  • Eine in den USA praktizierte „Strategie“ zur Bewältigung vorangegangener Krisen, das Hineinpumpen zinsgünstigen Geldes in das amerikanische Finanzsystem, führte letztlich zur Finanzierung einer der wichtigsten Ausgangspunkte der heutigen Krise, der Immobilienspekulationsblase in den USA.
  • Die Entstehung immer neuer hochspekulativer Bank„produkte“ und ihr unkontrollierter weltweiter Handel sind von (un)verantwortlichen Politikern – auch in Deutschland - als normales Resultat selbstorganisatorischer Aktivitäten des „Marktes“ angesehen worden, von denen keine akuten Gefahren auszugehen schienen – pure Dummheit, ein folgenschwerer Irrtum oder bodenlose Ignoranz!
  • Die Folgen der in Gang gekommenen Entwicklung, die Auswirkungen der Weltfinanzkrise auf die „realwirtschaftliche“ Situation, werden vor allem mess- und spürbar an der Arbeitslosigkeit und der Entwicklung der wichtigsten sozialen Indikatoren.
  • Die Veranstaltungsteilnehmer waren sich einig, dass die Die Linke gerade in dieser Situation deutlicher gangbare Alternativen zur heutigen Entwicklung aufzeigen, und in die gesellschaftliche Diskussion einbringen muss.



Edelbert Richter hatte in einem Presseartikel auf solche Schwerpunkte hingewiesen (Neues Deutschland, 10. Oktober 2008, Seite 3. „Jetzt ist die Stunde Europas – und seiner Linken“). Er vertrat die Auffassung, dass mit der gegenwärtigen Krise eine neoliberale Epoche zu Ende geht, und die Linken sind gefordert, sich an dem Prozess der Schaffung neuer Rahmenbedingungen aktiv zu beteiligen.


Dr. Horst-G. Richter   


(Stadtrat in der Fraktion der Linken in Köthen, Moderator der Veranstaltung)

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