Politische Lyrik
Politische Gedichte
Kahl und schal oft Wahlmotive
Von Jürgen Riedel
Viele wählen quasi aus Vererbung.
Für Politverstand ist’s keine Werbung.
Stimmabgabe wie beim Urgroßvater!
Öd erscheint dies Motto wie ein Krater.
Viele wählen, so als spielten sie Roulett,
kreuzen Kandidaten an, sofern sie nett
oder fett, im knitterfreien Anzug sind.
Ihre Meinung weht wie aus dem Darum der Wind.
Viele wählen unsozial: Parteien,
die auf kleine Leute heimlich speien,
sie zugleich mit Wahlversprechen streicheln
- unwahr wie ein Baum mit gold’nen Eicheln.
Nicht sehr viele wählen demokratisch
- für den deutschen Michel unsympathisch.
Hat ein Führerschein fürs Wählen dürfen Sinn?
Jedenfalls wär’ mehr Niveau in Urnen drin.
Sein letzter Lyrikband „Wortbilder VI“ erschien in der edition fischer des R.G. Fischer Verlags.
ISBN 978 – 3 – 8301 - 0547 – 3
