Das Wirken von Albert Schweitzer
Von Werner Herrmann, Blickpunkt 03/2013;
„Ich kann nicht anders, als Ehrfurcht haben vor allem, was Leben heißt. An der Ehrfurcht vor dem Leben geht mein Erkennen in Erleben über.“ Das schrieb Albert Schweitzer, Theologe, Arzt, Kulturphilosoph und Humanist.
Von Werner Herrmann, Blickpunkt 03/2013
„Ich kann nicht anders, als Ehrfurcht haben vor allem, was Leben heißt. An der Ehrfurcht vor dem Leben geht mein Erkennen in Erleben über.“ Das schrieb Albert Schweitzer, Theologe, Arzt, Kulturphilosoph und Humanist.
Er wurde am 14. Jan. 1875 im Elsaß geboren. Seine Kinder- und Jugendjahre verbrachte er in Gunsbach. Er schloss 1893 das Gymnasium in Mühlhausen (Oberelsaß) mit Erfolg ab und begann an der Universität Straßburg ein theologisches und philosophisches Studium. Weitere Studienorte waren Paris und Berlin. 1899 promovierte er zum Dr. phil. Er war Lehrvikar am St. Nicolai in Straßburg. 1900 promovierte Schweitzer zum Dr. theol. und 1901 erfolgte die Habilitation an der Universität Straßburg zum Privatdozenten. Schweitzer wird Direktor des Thomasstiftes in Straßburg. Neben seiner Tätigkeit als Dozent und Prediger vervollständigte er sein Orgelspiel.
Die Arbeit mit seinen Studenten regte ihn zu seinen Jesusforschungen an. Er beschäftigte sich mit dem Leben und Wirken von Johann Sebastian Bach. Als „Nebenprodukt“ der Arbeit über Bach führte er eine Studie über den Orgelbau durch.
1905 entschloss er sich angesichts der in Afrika herrschenden Not der Eingeborenen seine sichere Existenz und Karriere aufzugeben. Nicht als Missionar, sondern als Arzt. Er studierte Medizin und promovierte zum Dr. med. 1913 brach Albert Schweitzer mit seiner Frau Helene nach Französisch-Äquatorialafrika dem heutige Gabun auf. Ihre ersten Wirkungsstätten waren ein alter Hühnerstall und ein Schuppen auf dem Gelände einer Missionsstation.
Unterstützt von einer Eingeborenen pflegten und behandelten sie kranke Eingeborene, die unter schrecklichen Krankheiten wie Lepra, Malaria oder Gelbfieber litten. Unter den tropischen Bedingungen bauten sie einfache Häuser für die Unterbringung der Patienten und deren Angehörigen, die sie begleiteten.
Trotz dieser Arbeit schrieb er noch Bücher, so sein Werk „Kultur und Ethik“. 1914, der erste Weltkrieg, unterbrach seine humanistische Arbeit. 1924 konnte Albert Schweitzer wieder nach Lambaréné zurückkehren. Seine Frau Helene und seine Tochter Rhena blieben aus gesundheitlichen Gründen in Gunsbach.
Das Hospital war verfallen. Er musste neu beginnen. Er war Arzt, Bauhandwerker, Gärtner, Prediger und Philosoph zu gleich. Schweitzer schrieb: „Das Spital in Lambaréné ist das Symbol meines Denkens, aber das bleibende Haus, so hoffe ich, wird mein geistiges Werk sein.
Insgesamt verbrachte Schweitzer 38 Jahre am Ogowe.
Heute ist das „Albert-Schweitzer-Hospital“ eine international anerkannte Stätte der Krankenbehandlung und der medizinischen Forschung.
Seine kurzen Aufenthalte in Europa nutzte er um Orgelkonzerte zu geben, Vorträge und Vorlesungen zu halten, Orgelbauer zu beraten und Bücher herauszugeben, so erwarb er Geld für das Hospital.
Er kam nach langem Nachdenken zu der Idee der „Ehrfurcht vor dem Leben“. Dies kam in dem Satz zum Ausdruck: „Ich bin Leben, das Leben will, inmitten von Leben, das Leben will.“
Für Heute bedeutet das, in aller Welt für Menschlichkeit, Menschenrechte, Gewaltlosigkeit, Frieden sowie für den Schutz der Natur und Umwelt einzutreten. Für sein energisches Auftreten für den Frieden erhielt Albert Schweitzer 1953 den Friedensnobelpreis. Bei seiner Überreichung sagte er: „Vor dem, was in der Gesinnung der Einzelnen und damit in der der Völker zur Ausbildung gelangt, hängt das Kommen oder das Ausbleiben des Friedens ab.“ Dies gilt für unsere Zeit, als auch für eine frühere.
Unverständlich ist, dass die Albert-Schweitzer-Apotheke in Wolfen-Nord geschlossen wurde. Und das davor stehende Albert-Schweitzer-Denkmal fiel Buntmetalldieben zum Opfer.
Immer wieder appellierte er, getreu seiner Ethik „Ehrfurcht vor dem Leben“ und „Friede oder Atomkrieg“.
1965 starb Albert Schweitzer in Lambaréné.
Für die Verwirklichung seiner Forderungen müssen wir auch in unserer Zeit eintreten.

