Stilles Gedenken zum Volkstrauertag auf dem Edderitzer Friedhof
Von Dietmar Maretzky, Blickpunkt 12/2012;
"Wahren wir das Andenken an die bekannten und unbekannten Toten der Kriege und Gewaltherrschaft", mahnte Cathrin Nelaimischkies, Leiterin der Edderitzer Grundschule, in ihrer Ansprache. "Zeitzeugen der Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg werden von Jahr zu Jahr weniger, ... ." ... .
Von Dietmar Maretzky, Blickpunkt 12/2012;
Drei Mahnmale auf dem örtlichen Friedhof erinnern an das Grauen der beiden Weltkriege:
- der Gedenkstein für 73 Dorfbewohner, die Opfer des Zweiten Weltkrieges wurden;
- die Grabplatten für 13 russische Soldaten, die in Edderitz ihr junges Leben lassen mussten;
- und der Obelisk für die 50 Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
Hier gedachten am Volkstrauertag Einwohner der Ortschaft, darunter Angehörige der im Krieg gebliebenen Soldaten, Mitglieder des Ortschaftsrates, der Parteien, Vereine und Einrichtungen sowie die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, der Opfer von Krieg und Gewalt. Auch die Ortsbürgermeisterin Annelie Fiedler, Mandatsträgerin der Partei DIE LINKE, nahm wie andere Genossen der Basisgruppe daran teil.
"Wahren wir das Andenken an die bekannten und unbekannten Toten der Kriege und Gewaltherrschaft", mahnte Cathrin Nelaimischkies, Leiterin der Edderitzer Grundschule, in ihrer Ansprache. "Zeitzeugen der Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg werden von Jahr zu Jahr weniger, was aber keinesfalls ein Vergessen mit sich bringen darf. Tage wie dieser verdeutlichen uns die Notwendigkeit, diese schreckliche Zeit nie zu vergessen. Ziehen wir die Lehren aus der Geschichte so, dass unser Gedenken auch unsere Kinder und Kindeskinder erreicht und der Kampf um den Frieden nicht aufhört. Besonders unserer Jugend müssen wir den rechten Weg weisen, denn sie ist unsere Zukunft und Stütze."
Die Rednerin stellte fest, dass das Wort "Krieg" unser Leben nach wie vor bestimmt und die aktuellen Meldungen in der Presse und die Nachrichtensendungen füllt. "Krieg, Gewalt und Verfolgung sind die Geißeln des vorigen Jahrhunderts", betonte sie, "aber auch unser noch junges 21. Jahrhundert ist voll von Konflikten, die Leid und Tod über Millionen Menschen bringen." Sie erinnerte daran, dass Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr an der Seite verbündeter Streitkräfte einen gefährlichen Dienst im Ausland leisten und ungefähr hundert Bundeswehrangehörige dabei ihr Leben verloren haben.
Mit folgenden Worten des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler leitete Cathrin Nelaimischkies zu einer Minute schweigenden Gedenkens über, bevor die Teilnehmer der Kundgebung an den drei Mahnmalen Blumen und Gebinde niederlegten. Die Schleifen an den Gestecken der Basisgruppe trugen die Aufschrift "Im Gedenken und zur Mahnung - Partei DIE LINKE Edderitz".
"Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker. Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde. Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten. Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräften, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren. Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind."


