Geschichte im Industrie- und Filmmuseum (IFM) anschaulich erlebt
Von Manfred Wiesnewsky, Mitglied im RotFuchs-Förderverein e.V., Regionalgruppe Bitterfeld/Wolfen, Blickpunkt 10/2010;
DIE LINKE, Basisgruppen des OV Bitterfeld-Wolfen-Umland hatte zu einem Besuch des Industrie- und Filmmuseums Wolfen mit anschließender Stadtrundfahrt am 14.08.2010 eingeladen.
Von Manfred Wiesnewsky, Mitglied im RotFuchs-Förderverein e.V., Regionalgruppe Bitterfeld/Wolfen
(Artikel aus Blickpunkt 10/2010)
DIE LINKE, Basisgruppe Wolfen hatte gemeinsam mit der Basisgruppe Bitterfeld und anderen Basisgruppen des OV Bitterfeld-Wolfen-Umland zum 14.08.2010 zu einem Besuch des Industrie- und Filmmuseums Wolfen mit anschließender Stadtrundfahrt eingeladen. Die Teilnehmer, darunter auch einige Genossen des RotFuchs-Fördervereins Bitterfeld-Wolfen, erwartete in einer Dauerausstellung ein sehr interessanter Streifzug durch die wechselvolle Geschichte der Filmfabrik Wolfen oder der „Film“, wie sie von vielen Werktätigen und Bewohnern der Region genannt wurde.
Im Jahr 1895 begann der Bau der Farbenfabrik AGFA Wolfen, 1909 erfolgte der Neubau einer Filmfabrik in Wolfen, das Jahr 1994 brachte das Ende des unter dem 1964 eingeführten Warenzeichen „ORWO“ (Abkürzung von Original Wolfen) viele Jahre wirtschaftlich wie sozial erfolgreichen sozialistischen Großbetriebes, in dem noch im Jahr 1990 etwa 15.000 Angestellte und Arbeiter Zellstoff, Filme aller Art, Wolpryla und andere bekannte chemische Produkte entwickelten und herstellten. Bis zu 1.400 Menschen befanden sich ständig in der Ausbildung für die verschiedensten Berufe. Heute fast unvorstellbar, wenn man das Industrie- und Filmmuseum verlässt, die umliegenden leeren Flächen in den Blick geraten und man die im Museum angebrachte Luftbildaufnahme des gesamten Werksgeländes im Kopf hat. Unvorstellbar auch, wie mit einfachsten Mitteln und Laborgeräten, mit vielen Eigenbauten der Produktionslinien und Transportmittel, wie umhauste Elektrokarren, Spitzenerzeugnisse entwickelt, produziert und zwischen den einzelnen Bereichen bewegt wurden, weil man ständig Neuland vorfand und keine dieser Maschinen und Ausrüstungen handelsüblich waren. Ob in der Emulsionsfabrik oder in der Begießerei, ob in der so genannten Hänge oder im Raum mit den einzelnen Prüftechniken wie Rollenschneider, Optimeter, Knitterprüfgeräte oder Signier- und Stanzmaschinen, oder auch an den aushängenden Schichtplänen war der Atem einer vergangenen Zeit spürbar, in der die hier arbeitenden Menschen ihr vorhandenes Können und ihre ganze Kraft für eine bessere Zukunft einsetzten. Ein Werbefilm aus den 60-er Jahren, die Sonderausstellung anlässlich des 100. Jahrestages der Filmfabrik Wolfen sowie eine umfangreiche Ausstellung von Kameras und Projektoren hinterließen starke Eindrücke. Für die kenntnisreiche Führung unter Nutzung seiner betrieblichen Erfahrungen sei Herrn Schütze gedankt.
Die anschließende Stadtrundfahrt vermittelte weitere wissenswerte Informationen und trug gleichermaßen zum guten Gelingen der Veranstaltung bei.

