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Zukünftige Entwicklung der Stadt Bitterfeld-Wolfen

 

Von Jürgen Keil

Die Stadt beteiligt sich seit Jahren an dem Wettbewerb in Sachsen-Anhalt zur IBA (Internationale Bauausstellung). In der nächsten Zeit findet dazu eine Ausstellung statt. Im neuen Rathaus, im Kulturhaus sowie in anderen Häusern und an anderen Orten werden Veranstaltungen unterschiedlicher Art stattfinden.

 

 

11. April 2010 

Von Jürgen Keil

 

Die Stadt beteiligt sich seit Jahren an dem Wettbewerb in Sachsen-Anhalt zur IBA (Internationale Bauausstellung). In der nächsten Zeit findet dazu eine Ausstellung statt. Im neuen Rathaus, im Kulturhaus sowie in anderen Häusern und an anderen Orten werden Veranstaltungen unterschiedlicher Art stattfinden. Wer sich dafür interessiert sollte sich ein Überblick über die Planungen in der Stadt verschaffen.

Wichtige linke Vorstellungen betreffen die Verkehrsanbindungen, besonders die Verbesserung des Regional- und Stadtverkehrs. Bedeutsam für Die LINKE sind auch Verbesserungen im Bereich der sozialen und kulturellen Einrichtungen. Weitere bedeutsame Entwicklungen sind in den Zentren der Stadtteile Bitterfeld, Wolfen-Altstadt und Wolfen-Nord sowie rund um die Goitzsche und dem Gebiet des neuen Rathauses der Stadt. Interessant ist auch, welche Anfragen und andere Initiativen die Stadtratsfraktion der LINKEN und die Mitglieder in den Ortschaftsräten hinsichtlich der weiteren  Entwicklung der Stadt in den einzelnen Räten stellen.

Auch die außerparlamentarische Arbeit ist äußerst wichtig. Die Basisgruppen von Wolfen-Altstadt und Wolfen-Nord/Raguhn haben sich an der Diskussion zur Stadtentwicklung vor allem in Wolfen (-Altstadt und –Nord) beteiligt. Sie organisierten Foren zur Stadtwicklung in Wolfen-Nord. Mitglieder aus allen Basisgruppen von Bitterfeld-Wolfen forderten die Einstellung des Abrisses in Wolfen-Nord, sie halten es für notwendig, statt des Abrisses einen tatsächlichen Stadtumbau zu betreiben. Die beiden Basisgruppen unternahmen Wanderungen durch die Fuhneaue, um die Entwicklung der Region und die Anbindung an andere Teile der Stadt zu unterstützen. In diesem Jahr schlossen sich die beiden Basisgruppen zusammen, sie werden aber auch zukünftig die Entwicklung in der Stadt, besonders in Wolfen mit Reuden, Bobbau, Thalheim und Rödgen mit Zschepkau kritisch beobachten und Anregungen zur Weiterentwicklung geben. Unsere Basisgruppenarbeit beschränkt sich aber nicht nur auf Wolfen und dem Umfeld. Gemeinsam mit der Basisgruppe Bitterfeld haben wir mehrere Veranstaltungen durchgeführt, den Teilnehmern hat dies gefallen. Die Frauentags- und die Weihnachtsfeier sollten die Basisgruppen auch zukünftig zusammen gestalten.

Zum Abschluss möchte ich noch etwas zur Entwicklung in Wolfen-Nord sagen. Die Entwicklung in diesem Stadtteil ist weiterhin prekär. Um diese Entwicklung zu ändern, bedarf es wirklich gewaltiger Anstrengungen. Was ist also zu tun? Wichtig ist aus meiner Sicht eine gemeinsame Strategie zur Entwicklung dieses Stadtteils. Dazu gehören:

  1. Das Zentrum des Stadtteils ist fertig zu stellen. An die jahrzehntelangen Versprechungen der Verantwortlichen sollte immer wieder erinnert werden. Es ist völlig ungenügend einen Marktplatz ohne Umfeld zu schaffen. Neben geschäftlichen sind auch kulturelle Einrichtungen (Kino oder anderes) aufzubauen. Es ist ein Mix an Geschäften unterschiedlicher Größe aus verschiedenen Branchen anzustreben. Wohn- und Geschäftsbereiche sollten nicht weiterhin absolut getrennt werden.
  2. Das Zentrum ist gestalterisch an die Fuhneaue anzuschließen. Dazu gehören z. B. ein oder mehrere Rad- und Wanderwege sowie die Errichtung eines Aussichtsturmes und anderes.
    Der größte Park der Stadt „DAS FILMBAND“ besitzt eine Anbindung an die Fuhneaue. Diese Anbindung ist bei der geplanten Umgestaltung mit einzubeziehen. Die vor etwa zwei Jahren am Park errichtete Zerkleinerungsanlage für das Abrissgestein, die auf einem Gebiet steht, wo ehemals Wohngebäude standen, wirkt sich negativ auf den Park aus. Diese Anlage bewirkt eine Abwertung des Parks und deshalb sollte sie schnellsten beseitigt werden. Dies wäre dann wirklich ein Abriss, der sich auf die Entwicklung von Wolfen-Nord günstig auswirken würde. Die  Flächen  am Park, wo die Wohngebäude abgerissen sind, sollten für eine Wiederbebauung bereitgestellt werden, zumindest die südlichen Flächen, damit nicht irgendwann auch die Eisdiele am Park schließen muss. Die nördlichen Flächen sollten einer anderen Nutzung zugeführt werden. Ich denke an ein Kinder- und Jugendzentrum oder auch Sportzentrum, an ein Ausstellungszentrum für Graffiti, an einen Verkehrserziehungsgarten, an Sportanlagen für Skater, für Leichtathleten und für verschiedene Mannschaftssportarten. Weitere Kletterfelsen sind bestimmt sinnvoll und auch ein fürs Klettern bestimmter Ausbau einer alten Turnhalle sollte dazu gehören.
  3. Die vier- bis sechsgeschossigen Wohngebäude sollten nicht mehr total abgerissen werden. Ein tatsäch¬licher Umbau zu zwei- bis dreigeschossigen Wohngebäuden ist einzufordern. Es müssen vertrauens¬bildende Maßnahmen durchgeführt werden, welche die überdurchschnittliche Abwanderung stoppen (siehe auch die drei vorhergehenden Punkte).

 

Allen Bürger die im oder im Umfeld eines Stadtzentrum leben, muss klar sein, dass es „kein schönes und lebendiges Zentrum gibt – ohne Lärm.“ Also aufgepasst und überlegen, was man wirklich will – eine lebendige quirlige Stadt oder eine Schlafstadt.

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